Kapitel 21 / Tränen des Mondes
Sie erwachte in einer kleinen Lehmhütte, die schwarzen verbrannten Wände rochen nach längst vergessenem Qualm. Wo war sie? Was war passiert? Warum war sie hier? Und wo war Kian? Mit einem Satz schoss sie nach oben und stieß sich den Kopf an der niedrigen Decke, laut vernehmlich schnaubte sie und rieb sich die schnell wachsende, schmerzende Beule an der Stirn. Langsam konnte sie Schemen in dem Raum wahrnehmen und sie war nicht an die Decke des Hauses gestoßen, sondern gegen die Kante des Bettes über ihr. Sie lag in der unteren Hälfte eines Doppelstockbettes und war alleine. Niemand war mit ihr in dem Raum. Diesmal deutlich vorsichtiger richtete sie sich auf und schwang die Füße aus dem Bett. Ihre Füße waren nackt und schmutzig und berührten den kalten Steinboden. Fröstelnd sah sie sich um und entdeckte ihre Stiefel schließlich neben der Tür, die nur angelehnt war wie sie nun sah. Schnell schlüpfte sie in die Schuhe und schob die Tür leicht auf, draußen flackerten zwei Fackeln ...