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Posts mit dem Label "Farbschatten der Erinnerung" werden angezeigt.

Wintermädchen / Farbschatten der Erinnerung

Tränen liefen ihr über das Gesicht. Sanft wehte ihr der Wind eine lange Strähne ihrer braunen Haare ins Gesicht. Die Tränen auf ihrer Haut vermischten sich mit den Regentropfen, die wie Trümmerstücke eines Traumes aus dem Himmel fielen. Es war ihr egal, es war ihr alles egal. Kein Schrei entwich mehr ihrer Kehle. Sie fühlte sich zerrissen, zerstückelt, getreten und am Boden. Sie war gefallen und nicht wieder aufgestanden. Sie fiel noch immer, immer tiefer in den schwarzen, schmerzerfüllten Abgrund ihrer Seele. Es gab kein Entkommen, kein Entkommen vor dem Schmerz. Immer tiefer ging der Schmerz. Zerfetzte ihre Seele. Zerriss ihren Verstand. Nie hatte sie solche Pein verspürt. Hatte sich noch nie so zerrissen, so unvollständig gefühlt wie jetzt. Sie fühlte sich bei lebendiger Haut gehäutet und ihr Innerstes nach außen gekehrt. All der Schmerz in ihrem Inneren wurde nach außen gezerrt und fraß sich durch sie hindurch. Doch noch schlimmer als der Schmerz war die Leere in ihr. Die Leere...

Warum / Farbschatten der Erinnerung

Aufmerksam sah sie sich um. Ihre blonden Haare waren vom Wind zerzaust. Ihre blau-grauen Augen blitzten intelligent. Sie war alleine, zumindest offensichtlich, aber sie wusste es besser. Überall waren unauffällig, oder teilweise auch auffällig, Kameras installiert. Jeder Schritt, jede Bewegung, einfach alles, wurde beobachtet. Genauso wie jedes Wort, wie jeder Laut, alles, was jemals die Kehle eines Menschen entschlüpfte, abgehört wurde. Linnea war mit dieser Welt größtenteils aufgewachsen, aber oft versuchte sie sich vorzustellen, wie eine Welt, ihre Welt, ohne die vielen Kameras, ohne diese totale Bewachung wohl aussehen mochte. "Linnea", ein junger Mann näherte sich ihr schnell und lächelte Linnea aufmunternd zu. Flüchtig berührten sie sich, vermiede, sich länger als ein paar Sekunden direkt anzusehen oder in Körperkontakt zu kommen. Es war nicht erlaubt in der Öffentlichkeit Gefühle zu zeigen, und eigentlich auch nicht privat, aber was hieß in dieser Welt schon pr...

Versteh mich doch / Farbschatten der Erinnerung

Lange Zeit saßen sie einfach nur da und sahen sich an. Ihre Augen trafen sich, aber sie sahen scheinbar durcheinander hindurch. Hingen ihren eigenen Gedanken nach, dachten daran, was gewesen war, was ist und was werden könnte. Ohne sich der Geste bewusst zu sein, strich sie sich die widerspenstigen, rostroten Haare aus dem Gesicht. Ihre Gedanken wanderten zurück zu jenem Tag, an dem alles begann. Dem Tag, den sie nie vergessen würde, egal, was noch geschehen könnte. Niemals würde sie irgendetwas an den Gefühlen ändern wollen, die sie an jenem Tag gefunden hatte, doch etwas war geschehen. Sie spürte es ganz deutlich, aber noch verdrängte sie dieses Gefühl, niemals wollte sie es verleugnen oder gar verlieren. An diesem Tag war sie wieder zu neuem Leben erwacht, etwas, das ihr Kraft gab und sie seitdem Tag für Tag begleitete. Es gab keine Minute, nicht eine Sekunde, in der sie diese Wärme in ihrem Herzen verließ. Doch es war zu etwas alltäglichem geworden und sie hatte vergessen, wie ...