Kapitel 13 / Tränen des Mondes
So vergingen die ersten vier Wochen. Leandriis hatte nicht viel zu tun und durchstreifte die Gegend, meistens um Claire aus dem Weg zu gehen, aber auch um die quälende Langweile zu bekämpfen. Kian wurde mit Arbeit überschüttet und hatte meist nur in den abendlichen Dämmerstunden für sie Zeit, wenn er sich in ihr Zimmer schlich. Dort saßen die beiden still schweigend nebeneinander auf dem Fensterbrett und sahen nach draußen. Es war ein angenehmes Schweigen, in beiderseitigem Einverständnis. Leandriis fand jedoch nur in diesen rituellen Abendstunden ihre Ruhe, den Rest des Tages war sie von einer inneren Anspannung erfüllt, die sie nicht still sitzen ließ. Nachts durchlebte sie wieder und wieder die gleichen Albträume, an die sie sich morgens nicht mehr erinnern konnte. Sie wurde von einer Müdigkeit heimgesucht, die sie nur schwer in Worte fassen konnte. Die einzige Gesellschaft leistete ihr neben Kian eine große, rote Katze. Majestätisch folgte sie Leandriis auf ihren Streifzügen un...